Strohmann

Auf Einladung von Charlie habe ich mich am 16.12. auf den Weg nach Ventimiglia di Sicilia gemacht und bin am 17.12.2017 gegen Mitternacht nach 33 Stundenh echt toller Zugfahrt  angekommen. Vom Bahnhof in Termini Imerese waren es dann doch noch gut 30 min. in die Berge zum Haus in Ventimiglia di Sicilia. Der Montag empfing uns mit Sonne so um die  25° C. Also gleich mal auf ins Paradiso di Charlie zur Begehung des Geländes mit Erkundung der Gegebenheiten.  Schon auf dem Gelände kommt die Idee auf, lasttragend zu bauen. Das würde dem Projekt auch ökonomisch gut tun, da Holz hier zum einen sehr teuer ist und zumeist aus Österreich oder noch von weiter her kommt.

Am 19.12. haben wir uns Strohballen vom örtlichen Baustoffhandel im Dorf besorgt (der Betreiber hält Kühe und hat deswegen Strohballen auf Lager; da träumen wir in Deutschland nur von). Die Ballen sehen rundum gut aus und sind nach erstem Augenschein  zum Bauen geeignet. Die gemäß Europäischer Technischer Bewertung ETA-17/0247 geforderten Materialeigenschaften wie  Rohdichte und  Abmaße  sind an den Ballen nachweisbar. Nur die Länge von ca. 115 cm ist nicht so befriedigend. Kürzere bekommt der Landwirt hin, meint er.

 

Über Weihnachten haben wir dann einen Sockel für unsere Versuchswand aus Stroh-Leicht-Lehm  mit Naturbruchsteinen vom Feld, selbst hergestellten Voll-Lehmsteinen, Lehm aus dem Garten und „Sand“ (der Sand ist kleiner Kalksplitt) vom örtlichen Baustoffhandel gemauert. Das Gemisch von 1 Teil GartenLehm und 7 Teilen „Sand“ (sprich Kalksplitt) bindet sehr fest und rissarm ab. Beim Baustoffhandel gibt es auch sog. roten Sand, der 1. Gelb ist, 2. eher Tonpulver ist und 3. dem von uns am Wegesrand gefundenen „Sand“ sehr ähnlich ist. Dann haben wir mit wandernder Schalung mit einem Gemisch aus Stroh, GartenLehm und „WegesrandSand“ die Stroh-Leicht-Lehmwand „hochgezogen“. Nur leider trocknet der Lehm bei Nachttemperaturen um die 5°C nicht so recht ab – also warten.

 

Und zwischendurch machen wir noch Versuche, z.B. um Leichtlehmsteine mit verschiedenen Zuschlagstoffen herzustellen. Der linke Stein besteht aus Lehm und Stroh und beim rechten ist dem Lehm Olivenholzhäcksel zugegeben. Hier ist die Trocknung Dank Charlies Ofen im Casa kein Problem.

Am 27.12. haben wir ein Strohhaus an der Westküste Siziliens nahe Partinico besucht. Wegen Erfahrungsaustausch und der Vernetzung würden wir gern noch ein Strohhaus auf einer Permakulturfarm nahe des Ätna besichtigen. Das Haus steht auf 900 m Höhe über NN und der Wetterbericht meldet Schnee. Doch Charlie hat keine Schneeketten. Nun ja, mal sehen. Bis dahin: Sonne geniessen und dazu Dresdner Stollen und Espresso. Salute e ciao

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    Dirk Großmann Verfasst von:

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